Lissi von Edith
„Meine Hündin Lissi ist jetzt seit fast 2 Jahren blind durch einen Unfall. Unser Leben hatte sich total geändert. Aber wir haben es geschafft und ich bin glücklich, dass ich mich richtig entschieden habe."
Gemeinsame Erfahrungen helfen, Unsicherheit in Mut zu verwandeln.
Die Diagnose "Ihr Hund wird blind" oder "Ihr Hund ist blind" ist für die meisten Halterinnen und Halter ein großer Schock. Tränen, Verzweiflung und die Angst vor der Zukunft sind völlig normale Reaktionen. Doch du bist mit diesen Gefühlen nicht allein.
Das Wichtigste, was wir von unseren Hunden lernen können: Sie trauern der Vergangenheit nicht nach. Ein Hund wacht morgens nicht auf und denkt: "Wie schade, dass ich den Baum dort drüben nicht mehr sehen kann." Er denkt: "Oh, es riecht nach Frühstück! Und gleich gehen wir raus und ich kann die tollen Spuren im Gras erschnüffeln!"
Hunde passen sich an. Wenn ein Sinn wegfällt, werden Hören, Riechen und das Tasten über die Schnurrhaare und Pfoten viel intensiver genutzt. Die Behinderung ist oft für uns Menschen schwerer zu ertragen als für den Hund selbst.
Natürlich gibt es eine Phase der Unsicherheit. Wenn die Erblindung plötzlich eintritt, wird dein Hund anfangs desorientiert sein, vielleicht viel schlafen, sich nicht aus dem Körbchen trauen oder an Dinge stoßen.
Viele Besitzer von blinden Hunden berichten von einer wunderschönen Entwicklung: Die Bindung zwischen Mensch und Hund wird durch die Erblindung oft noch viel enger, tiefer und vertrauensvoller. Der Hund lernt, sich blind (im wahrsten Sinne des Wortes) auf dich zu verlassen. Jeder gemeinsame, sichere Spaziergang schweißt euch weiter zusammen.
Es hilft enorm, sich mit Menschen auszutauschen, die diesen Weg bereits gegangen sind. Sie kennen die Sorgen, haben praktische Alltagstipps und können dir zeigen, wie fröhlich blinde Hunde durchs Leben gehen.
Seit wir Lea haben, lernen wir immer mehr Hundebesitzer mit blinden Hunden kennen. Sie alle sind glückliche und selbstbewusste Hunde – aber seht selbst. Gerne stelle ich auch deinen blinden Hund hier vor: einfach ein schönes Foto mit Text an mich senden.
„Meine Hündin Lissi ist jetzt seit fast 2 Jahren blind durch einen Unfall. Unser Leben hatte sich total geändert. Aber wir haben es geschafft und ich bin glücklich, dass ich mich richtig entschieden habe."
„Jack ist ein 3-jähriger Sibirian Husky, den wir mit einem Jahr von der Nothilfe für Polarhunde als vierte Besitzer übernommen haben. Anlässlich einer Wirbelsäulen-OP wurde ein Katarakt auf beiden Augen festgestellt und die Sehfähigkeit später auf noch ca. 2 % geschätzt. Das ändert aber nichts daran, dass wir nach wie vor begeistert als Team ‚Rasender Blindfuchs' an Canicross-Wettbewerben starten und so manch sehende Konkurrenz hinter uns lassen. Wenn wir im Training Rad fahren, machen wir das allerdings nur noch auf bekannten Strecken und sehr vorausschauend. Jack läuft z. T. deutlich über 30 km/h in der Ebene."
„Unser Bandit ist ein lebensfroher, gutmütiger Labradorrüde. Durch eine spät erkannte Diabetes-Erkrankung erblindete er an Grauem Star. Eine OP gab ihm sein Augenlicht für knapp 1,5 Jahre zurück; später musste durch zu hohen Augeninnendruck erst das eine, dann das andere Auge blind gelegt werden. Wir sind überrascht, wie außerordentlich gut sich Bandit in sein Schicksal gefügt hat. Wer ihn nicht kennt, käme nicht auf die Idee, er könne blind sein. Im Haus bewegt er sich sicher, geht sogar allein die Treppen, und im Freien hat er seinen Elan nicht verloren. Er hadert nicht mit seinem Schicksal, er nimmt es einfach an – und kommt so gut damit zurecht, dass wir vor Erleichterung in die Luft springen könnten."
„Herzliche Grüße aus der Schweiz! Das ist meine Parson-Russell-Hündin Plume. Sie ist zwei Jahre alt, hat den Grauen Star auf beiden Augen und ist komplett blind. Der Tierarzt rät von einer Operation ab, da sie zu jung ist. Plume ist sehr aufgeweckt, verschmust und lieb. Sie rennt und spielt mit unserer Katze, als ob sie sie noch sieht, und in der Hundeschule macht sie mit wie jeder andere. Sie spielt sehr gern mit meinem 3-jährigen Neffen, der gern ihre Leine hält."
„Ganz herzliche Grüße aus dem schönen Franken! Ich habe eine blinde Jagdterrier-Hündin, ca. 12 Jahre alt, seit 4,5 Jahren bei mir, an Grauem Star erblindet. Sie ist ein Temperamentsbündel ohne Ende und stört sich an ihrer Blindheit keineswegs. Ich habe mit ihr nichts Besonderes gemacht, außer Kommandos: Vorsicht, rechts und links, warte, stopp. Ich hab mir schon anhören dürfen, das Leben für ‚so einen' Hund sei nicht lebenswert – im selben Moment, als sie sich genüsslich in der Sonne im Gras wälzte. Und damit keiner sagt, ein blinder Hund arbeitet nicht: Wir trailen! Nur kurze Strecken, aber mit umso mehr Spaß."
„Apollo ist ein 5-jähriger Berner Sennenrüde und von Geburt an blind. Bei der Routineuntersuchung wurde festgestellt, dass er nichts sehen kann; die zukünftigen Besitzer wollten ihn dann nicht mehr. Ich gab ihm eine Chance – und nach einer Woche Bedenkzeit war klar: DIESER Hund soll es werden! Eine kompetente Hundeschule ging toll auf sein Handicap ein. Apollo kommt in seinem Alltag so toll klar; alle lieben ihn und können nicht glauben, dass er blind ist. Er ist mein absoluter Traumhund!"
„Auf dem Bild sind Bonny (blind durch Diabetes), Fiene (beide Augen entfernt) und Dulce (sehend). Fiene ist ein fröhlicher, lebensfroher Hund. Nach erhöhtem Augendruck und Schmerzen mussten ihre Augen entfernt werden. In dieser Zeit hat sie die Kommandos Stop, Vorsicht, Stufe gelernt. Seitdem hat sie kaum Probleme mit Hindernissen und wieder Lebensfreude. Im Haus hat sie keinerlei Orientierungsprobleme."
„Das ist meine Pekinesen-Dame Shila. Sie ist stolze 14 Jahre alt, leider blind – aber ich habe das Gefühl, dass es ihr gar nichts ausmacht. Sie springt herum und geht gern Gassi. In neuer Umgebung müssen wir sie erst eingewöhnen, aber zu Hause würde nie jemand merken, dass sie blind ist. Sie hat auf beiden Augen Grauen Star und ist der liebste und süßeste Hund für uns."
„Lary ist ein 8-jähriger Labrador, den wir aus einem serbischen Tierheim übernommen haben. Im Urlaub auf einer Berghütte in Österreich hat er uns sehr überrascht: In kürzester Zeit wusste er, wo die Haustür ist, wo sein Napf steht und dass zwischen Küche und Wohnraum eine Stufe ist. Mit den Kommandos ‚komm zu mir' und ‚langsam laufen' meisterte er Trampelpfade, steile Berge und Bergseen. Ich habe das aufgeschrieben, um anderen Mut zu machen, sich für einen Handicap-Hund zu entscheiden. Er genießt sein Leben trotz Blindheit in vollen Zügen."
„Meine Schäfer-Mix-Hündin Ronja ist seit Sommer 2008 blind. Sie hatte Grünen Star; da zuerst auf Bindehautentzündung behandelt wurde, war es zu spät und die Sehnerven waren zerstört. Wir haben zugestimmt, die Augen zu entfernen, um ihr weitere Schmerzen zu ersparen. Nachdem die ersten OP-Schmerzen abgeklungen waren, hatte ich wieder das fröhliche, lebhafte Hundle. Sie bewegt sich so sicher, dass ich oft selbst vergesse, dass sie nichts sehen kann. Ich habe keine Sekunde bereut, der OP zugestimmt zu haben!"
„Das ist Isis, unsere Mittelschnauzerhündin, die innerhalb zweier Wochen an SARD erblindete. Mit den Tipps Ihrer Webseite hat sie sich ganz schnell daran gewöhnt – und man sieht es ja: Sie zieht uns am Strand entlang mit ihrem untrüglichen Geruchssinn und Lebenswillen. Danke sagen Regina und Isis aus Gran Canaria."
„Ronja ist 10 Jahre alt und an SARD erkrankt – einer Erkrankung, die sehr schnell zur völligen Blindheit führt; in Ronjas Fall dauerte es ca. 14 Tage. Anfangs waren wir beide sehr unsicher, mittlerweile ist Ronja selbstsicherer geworden (Frauchen auch). Sie läuft nach einigem Üben sogar kurze Strecken am Fahrrad. Mit Ausdauer und Geduld kann auch ein blinder Hund sehr glücklich leben."
„Ich bin Jacky, ein 6-jähriger Jack-Russell-Mischlingsrüde und ein richtiger kleiner Draufgänger. Vor ein paar Monaten hat der Tierarzt die Augenkrankheit PRA festgestellt; mittlerweile sehe ich so gut wie nichts mehr. Frauchen war anfangs traurig und dachte, ich könnte nicht mehr so glücklich sein – ich beweise ihr aber jeden Tag, dass ich immer noch genauso ein fröhliches Kerlchen bin, das sich super mit Nase und Ohren zurechtfindet!"
„Ich bin Lucas und fast 4 Jahre alt. Ich wurde bei einem Jäger blind geboren und verschenkt. Andrea hat mich mit 10 Wochen abgeholt. Ich gehe mehrmals die Woche mit zur Arbeit, wo Andrea mit vielen Kindern arbeitet – die nehmen viel Rücksicht auf mich und lernen, Verantwortung zu übernehmen. Da ich die wichtigsten Kommandos wie ‚Vorsicht', ‚Stopp', ‚Warte' und ‚Hopp' sofort beachte, ist mir erst einmal ein kleiner Unfall passiert. Trotzdem bin ich ein aufgeweckter, lustiger Hund."
„Blind wurde ich wegen des Grauen Stars, der bei mir leider inoperabel ist. So kam einiges zusammen und man wollte mich einschläfern lassen. Zum Glück hat mein jetziges Frauchen den Aufruf im Internet gesehen und mich zu sich geholt. Inzwischen bin ich ca. 7 Jahre alt und hoffe, dass ich noch ganz lange lebe – denn trotz meiner Behinderungen lebe ich gern. Auf dem Grundstück kenne ich mich bestens aus und tobe ohne Leine herum."
„Unsere Sahra (blind und fast taub) heißt jetzt ‚Ida', denn ein lautes ‚I' hört sie noch. Sie lebt jetzt mit der blinden und tauben Hanni zusammen, die von ihren Besitzern zum Einschläfern gebracht werden sollte. Wir lieben beide sehr und sie machen uns jeden Tag glücklich."
„Es ist erstaunlich, wie blinde Hunde ihr Schicksal meistern. Da kann man schon von ‚blindem Vertrauen' sprechen – in zweierlei Hinsicht. So ein Hundeteam erreicht durchaus 30 km/h und mehr. Da muss er voll seinen Teamkameraden vertrauen und viel Selbstsicherheit aufbringen, zumal wenn er Unebenheiten, Zweige, Spurrillen und Pfützen nicht sieht."
Weitere Geschichten gibt es u. a. unter ela-joachim.de (Balou) und leonundpici.de (Leon, Pici und Molli).